Wie gesund ist vegane Ernährung?

Frage

Hallo zusammen,

überall liest und hört man von veganer Ernährung. Angeblich sollen ja Menschen, die sich ausschließlich von pflanzlichen Nahrungsmitteln ernähren, viel gesünder sein. Eine Bekannte von mir hat sich vor ein paar Monaten entschieden, sich nur noch vegan zu ernähren. Dafür kauft sie nur noch im Biosupermarkt ein und meint, das wäre zusätzlich ein Klasse-Abnehmprogramm. Ich bin mir nicht sicher, ob die vegane Ernährung nur Vorteile hat. Hab gehört, dass in Salat und Co. einige Nährstoffe fehlen. Auch bei Kindern soll man wohl vorsichtig mit veganer Ernährung sein. Wie gesund ist denn die vegane Ernährung nun eigentlich?

Offen 0
Gesundheit Julia99 7 Monaten 1 Antwort 148 Besucher

Über Julia99

Antwort ( 1 )

  1. Hallo Julia,

    Du stellst eine Frage, die in der Bevölkerung ziemlich stark polarisiert. Über Sinn oder Unsinn einer veganen Ernährung wird nicht nur in Internetforen oft heftig und kontrovers diskutiert. Fakt ist, dass die Auswirkungen einer veganen Ernährung auf die Gesundheit vergleichsweise wenig erforscht sind. Eigentlich komisch, wenn man bedenkt, dass in D rund eine Million Menschen auf tierische Produkte verzichten und in manchen Jahren über 100 Kochbücher zum Thema Veganes Kochen erscheinen. Ernährungswissenschaftler weisen darauf hin, dass sich Veganer unbedingt das nötige Wissen über die vorhandenen und die fehlenden Inhaltsstoffe in den Nahrungsmitteln aneignen müssen.

    Vegane Ernährung ist per se gesund, allerdings haben Veganer oft mit Defiziten bei der Versorgung mit Eisen, Kalzium und verschiedenen Fettsäuren zu kämpfen. Es ist jedoch ein Mythos, dass diese Unterversorgung nur durch den Genuss von Fleisch, tierischen Lebensmitteln oder Nahrungsergänzungsmitteln kompensiert werden kann. Viel Kalzium enthalten beispielsweise pflanzliche Lebensmittel wie Rucola, Mandeln, Spinat, Grünkohl und natürlich einige Mineralwasser-Sorten. Als Eisenlieferant kommen unter anderem Pfirsiche, Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen, Haferflocken und Pistazienkerne infrage. Den Bedarf an ungesättigten Fettsäuren kannst du über den Verzehr von Walnüssen, Leinsamen und pflanzlichen Ölen kompensieren.

    In der Tat ist die Mangelversorgung mit Vitamin B12 das größte Risiko für Veganer. B12 braucht dein Körper für Prozesse wie die Blutbildung und die Zellteilung. Das Vitamin kommt nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor. Das Gemeine ist, dass die körpereigenen Speicher erst nach 3-5 Jahren leer sind und sich Mangelerscheinungen erst nach diesem Zeitraum bemerkbar machen. Am besten ist es, den Bedarf an Vitamin B12 über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln zu decken. Grundsätzlich leben Veganer in der Regel gesünder, als die Durchschnittsbevölkerung. Ihr Körper wird mit Nährstoffen wie Vitamin C, Carotin und Folsäure meistens besser versorgt.

    Vegane Ernährung ist darüber hinaus ein wirkungsvolles Diät-Programm. Weniger Körpergewicht führt in der Praxis zu einer Verbesserung der Blutfettwerte und zu einem Absinken des Blutdrucks. Insofern ist die vegane Ernährung eine sinnvolle Vorbeugung gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes. Allerdings besteht für Kinder, die sich vegan ernähren (oder von ihren Eltern ernährt werden) besonders in der Wachstumsphase ein erhöhtes Risiko. Eiweiß- oder Eisenmangel kann auf die Dauer zu ernsthaften Schädigungen z.B. im Hormonhaushalt führen.

Antworten

Captcha Click on image to update the captcha .